Monday, March 13, 2017

Lorenzo Vidino: Die Eroberung Europas durch die Muslim-Bruderschaft

https://cchs.gwu.edu/dr-lorenzo-vidino

Dr. Lorenzo Vidino is the Director of the Program on Extremism at George Washington University. An expert on Islamism in Europe and North America, his research over the past 15 years has focused on the mobilization dynamics of jihadist networks in the West; governmental counter-radicalization policies; and the activities of Muslim Brotherhood-inspired organizations in the West.
A native of Italy who holds American citizenship, Dr. Vidino earned a law degree from the University of Milan Law School and a doctorate in international relations from Tufts University’s Fletcher School of Law and Diplomacy. He has held positions at Harvard University’s Belfer Center for Science and International Affairs at the Kennedy School of Government, the U.S. Institute of Peace, the RAND Corporation, and the Center for Security Studies (ETH Zurich).
The author of several books and numerous articles, Dr. Vidino’s most prominent work is The New Muslim Brotherhood in the West, a book published in 2010 by Columbia University Press, with an Arabic edition released the following year by the Al Mesbar Studies and Research Center. The book offers a comparative study of Islamist organizing in various Western countries as well as the wide-ranging public policy responses by Western leaders.

Dr. Vidino has testified before the U.S. Congress and other parliaments; advised law enforcement officials around the world; and taught at universities in the U.S. and Europe. He regularly provides commentary to diverse media outlets, including The New York Times, The Washington Post, The Wall Street Journal, PBS, CNN, Fox News, MSNBC, BBC, Al Jazeera, The London Times, The Telegraph, Reuters, and more. He delivers presentations to a wide variety of audiences, including policymakers, students, and the general public.


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http://www.meforum.org/758/die-eroberung-europas-durch-die-muslim

Die Eroberung Europas durch die Muslim-Bruderschaft

by Lorenzo Vidino
Middle East Quarterly
Winter 2005
Translation of the original text: The Muslim Brotherhood's Conquest of Europe
Übersetzung aus dem Englischen: H. Eiteneier

Vorbemerkung des Übersetzers: Die Texte deutscher Quellen sind (Rück-)Übersetzungen aus dem englischen Artikel und dürften daher nicht dem genauen Wortlaut der Original-Dokumente entsprechen.

Seit ihrer Gründung 1928 hat die Muslim-Bruderschaft (Hizb al-Ikhwan al-Muslimun) das politische Leben des Nahen Ostens zutiefst beeinflusst. Ihr Motto ist: „Allah ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Jihad ist unser Weg. Auf dem Weg Allahs zu sterben ist unsere größte Hoffnung."[1]

Die radikalen Ideen der Bruderschaft haben zwar den Glauben von Generationen von Islamisten geformt, aber über den Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte hat sie etwas von ihrer Macht und Anziehungskraft im Nahen Osten verloren; sie wurde durch die harte Unterdrückung durch örtliche Regime zerschlagen und von den jüngeren Generationen von Islamisten vor den Kopf gestoßen, die oft noch radikalere Organisationen bevorzugen.

Aber der Nah Osten ist nur ein Teil der muslimischen Welt. Europa ist ein Brutkasten für islamistisches Denken und politische Entwicklung geworden. Seit den frühen 1960-er Jahren sind Mitglieder der Muslim-Bruderschaft wie Sympathisanten nach Europa gezogen und errichteten langsam, aber stetig ein weites und gut organisiertes Netzwerk aus Moscheen, Wohlfahrts-Verbänden und islamischen Organisationen. Anders als die große islamische Gemeinschaft dürfte das Endziel der Muslim-Bruderschaft nicht nur einfach sein „Muslimen zu helfen die besten Staatsbürger zu sein, die es gibt", sondern das islamische Recht auf Europa und die Vereinigten Staaten auszudehnen.[2]

Vier Jahrzehnte Lehre und Kultivierung haben sich ausgezahlt. Die studentischen Flüchtlinge, die vor vierzig Jahren aus dem Nahen Osten abwanderten, und ihre Nachfahren führen heute Organisationen, die die örtlichen muslimischen Gemeinschaften in ihren Engagement mit Europas politischer Elite repräsentieren. Finanziert durch generöse Spender vom Persischen Golf, stehen sie einem zentralisierten Netzwerk vor, das sich über fast jedes europäische Land erstreckt.
Diese Organisatoren stellen sich als Mainstream dar, obwohl sie weiterhin die radikalen Ansichten der Bruderschaft vertreten und Verbindungen zu Terroristen pflegen. Mit moderater Rhetorik und gut klingendem Deutsch, Holländisch und Französisch haben sie bei den europäischen Regierungen wie in den Medien Akzeptanz gewonnen. Politiker aus dem gesamten politischen Spektrum eilen zu ihnen, wann immer eine Frage aufkommt, die Muslime involviert oder, eingeschränkter, wenn sie die Stimmen der knospenden muslimischen Gemeinde gewinnen wollen.

Wenn sie aber auf Arabisch oder Türkisch vor ihren Mitmuslimen reden, lassen sie die Maske fallen und befürworten Radikalismus. Während ihre Repräsentanten im Fernsehen von Dialog zwischen den Religionen und Integration reden, predigen ihre Moscheen Hass und warnen die Beter vor dem Bösen der westlichen Gesellschaft. Während sie öffentlich die Morde an Pendlern in Madrid oder an Schulkindern in Russland verurteilen, sammeln sie weiter Geld für Hamas und andere Terror-Organisationen. Im Eifer einen Dialog mit ihrer zunehmend entfremdeten muslimischen Minderheit zu schaffen, übersehen die Europäer diese Doppelzüngigkeit. Das ist besonders in Deutschland zu sehen, das weiterhin eine Schlüsselrolle in Europa spielt; nicht nur wegen seiner Lage im Herzen Europas, sondern auch weil es den Gastgeber der ersten großen Einwanderungswelle der Muslim-Bruderschaft spielte und die am besten organisierte Bruderschafts-Präsenz beherbergt. Die Reaktion der deutschen Regierung ist also aufschlussreich – und wenn es nur dazu dient die Gefahren aufzuzeigen, die dadurch entstehen, wenn das Reden der Muslim-Bruderschaft für bare Münze genommen wird, ohne sich die ganze Bandbreite ihrer Aktivitäten zu betrachten.