Monday, April 25, 2016

Dr. Daniel Pipes: Plötzliches Jihad-Syndrom (in North Carolina)

http://de.danielpipes.org/3453/ploetzliches-jihad-syndrom-in-north-carolina

Plötzliches Jihad-Syndrom (in North Carolina)

von Daniel Pipes
New York Sun
14. März 2006
Übersetzung: H. Eiteneier
Einzelne Islamisten mögen gesetzestreu und vernünftig erscheinen, aber sie sind Teil einer totalitären Bewegung und müssen als solche als potenzielle Killer betrachtet werden." Diese Worte schrieb ich nach dem 11. September 2001 und wurde seitdem deswegen ständig kritisiert. Aber ein Vorfall vom 3. März an der University of North Carolina in Chapel Hill zeigt auf, dass ich nicht weit genug ging.

An diesem Tag fuhr Mohammed Reza Taheri-azar, 22, ein Student, der gerade seinen Abschluss gemacht hatte, und iranischer Einwanderer seinen Geländewagen in eine stark bevölkerte Fußgängerzone. Er rammte neun Menschen, von denen zum Glück niemand ernsthaft verletzt wurde.

Bis zu seiner beinahe tödlichen Randale war Taheri-azar Philosophie- und Psychologie-Student, hatte eine scheinbar normale Existenz und eine viel versprechende Zukunft. In der Highschool war er Schulsprecher und Mitglied in der National Honor Society. Die „Los Angeles Times" schreibt, dass eine Reihe Stundenten der UNCfanden, er sei „ein ernsthafter Student, zurückhaltend, aber freundlich". Brian Copland, ein Mitstudent, „war beeindruckt von seinem Wissen über klassisches westliches Denken" und fügte hinzu: „Er war freundlich und gütig, nicht aggressiv und gewalttätig." Der Kanzler der Universität, James Moeser, nannte ihn einen guten Studenten, wenn auch „einen absoluten Einzelgänger, introvertiert und in sich gekehrt".

Tatsache ist, dass niemand, der ihn kannte, ein schlechtes Wort über ihn sagte. Das ist wichtig, denn es signalisiert, dass er nicht irgendein asozialer ist, keiner mit Selbstmord-Tendenzen, kein Psychopath, sondern ein gewissenhafter Student und eine liebenswerte Person. Was die offensichtliche Frage aufwirft: Warum sollte ein normaler Mensch versuchen eine wahllose Auswahl Studenten umzubringen? Taheri-azars Äußerungen nach seiner Festnahme bieten einige Hinweise.
  • Er sagte dem Notruf-Leiter, dass er „die Regierung der USA wegen ihrer Taten in der ganzen Welt bestrafen" wollte.
  • Er erklärte einem Ermittler, dass „Menschen überall in der Welt im Krieg getötet werden und nun die Menschen in den USA daran sind getötet zu werden".
  • Er sagte er handele, um „den Tod von Muslimen in der ganzen Welt zu rächen".
  • Er stellte sein Tun als ein „Auge um Auge" dar.
  • Eine beeidigte Erklärung bei der Polizei zeigt auf, dass „Taheri-azar wiederholt sagte, dass die US-Regierung seine Leute auf der anderen Seite des Meeres getötet hat und dass er sich entschied anzugreifen".
  • Er sagte einem Richter: „Ich bin dankbar, dass Sie hier sind, um mir dieses Verfahren geben und mehr über den Willen Allahs zu erfahren."

Mohammed Reza Taheri-azar
Kurz gesagt: Taheri-azar stellt den ultimativen islamistischen Albtraum dar – ein scheinbar gut angepasster Muslim, dessen Religion in aus heiterem Himmel dazu inspiriert Nichtmuslime zu ermorden. Taheri-azar gab zu seinen Jihad mehr als zwei Jahre lang geplant zu haben – während seiner Zeit als Student. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie seine Ideen sich entwickelten, angesichts der Klarheit der islamistischen Ideologie, ihrer immensen Reichweite (einschließlich der Muslimischen Student Association an der UNC) und ihres Widerhalls unter vielen Muslimen.

Wäre Taheri-azar einzigartig in seiner heimlichen Übernahme des radikalen Islam, könnte man seinen Fall ignorieren. Aber er passt ein weit verbreitetes Muster von Muslimen, die ein ruhiges Leben führen, bevor sie sich dem Terrorismus zuwenden. Zu ihnen gehören die Entführer, die für die Anschläge vom 11. September verantwortlich waren, die Bomber der Londoner U-Bahn und Maher Hawasch, der Intel-Ingenieur, der verhaftet wurde, bevor er sich den Taliban in Afghanistan anschließen konnte.
Mohammed Ali Alayed, ein in Houston lebender Saudi, passt in das Muster, weil er einen Juden, Ariel Selluk, erstach, der einmal sein Freund war. So auch einige Konvertiten zum Islam; wer hätte schon gedacht, dass die 38-jährige Belgierin Muriel Degauque als Selbstmord-Bomberin vor einer amerikanischen Militärbasis im Irak auftauchen würde?
Dieses Phänomen habe ich das „Plötzliche Jihad-Syndrom" genannt habe, durch das normal erscheinende Muslime abrupt gewalttätig werden. Das hat die schreckliche, aber legitime Folge, dass alle Muslime unter Verdacht stehen. Wer kennt schon den nächsten Jihadi? Wie kann man sicher sein, dass ein gesetzestreuer Muslim nicht plötzlich in eine mörderische Wut ausbricht? Ja, natürlich ist ihre Zahl gering, aber sie ist unverhältnismäßig höher als unter Nichtmuslimen.
Dieses Syndrom hilft die Angst vor dem Islam und das Misstrauen gegenüber Muslimen zu erklären, die inUmfragen seit dem 11. September im Steigen begriffen sind.
Die muslimische Antwort, diese Ansichten als voreingenommen zu anprangern, als den „neuen Antisemitismus" oder „Islamophobie", ist genauso ohne Basis wie Antinazis der „deutschenfeindlich" oder Antikommunisten als „russenfeindlich" zu bezeichnen. Statt sich als Opfer darzustellen sollten die Muslime dieser Angst dadurch begegnen, dass sie eine moderate, moderne und gutnachbarliche Version des Islam entwickeln, die den radikalen Islam, Jihad und die Unterordnung der „Ungläubigen" ablehnt.